Farbige Diamanten

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Farbige Diamanten sind ganz besonders selten und wertvoll. So kommt auf ca. 10.000 farblose Diamanten nur ein farbiger, sogenannter Fancy Diamond. Zudem sind die in über 300 verschiedenen Farben auftretenden Steine zumeist nur sehr klein und weisen größtenteils lediglich ein Diamantgewicht von unter 1 Karat auf. Im Gegensatz zu farblosen Diamanten steigt ihr Wert, je intensiver die Färbung ist.
Farbige Diamanten und ihre Erscheinungsformen
Farbige Diamanten gibt es in fast allen Farben sowie den verschiedensten Nuancen und Intensitäten. Entscheidend bei der Farbentstehung sind unter anderem die Vorkommen von Bor, Wasserstoff und Stickstoff, die bei dem Millionen von Jahren andauernden Entstehungsprozess das Kristallgitter des Diamanten verändern und so die Farbe entstehen lassen. Sogenannte synthetische oder bearbeitete farbige Diamanten sind mit diesen von der Natur geschaffenen Unikaten in keinster Weise vergleichbar.
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Farbige Diamanten (Fancy Diamonds) – Faszinierende Edelsteine
Die verschiedenen Farben der farbigen Diamanten
Farblose Diamanten werden auf einer Farbgraduierungsskala von D bis Z eingeordnet, wobei D die reinste und damit beste und wertvollste Farbstufe eines farblosen Diamanten ist. Niedrigere Farbstufen weisen wertmindernde Farbschimmer in Gelb- und Brauntönen auf, die bei farblosen Diamanten nicht gewünscht sind. Diese Diamanten werden allerdings noch nicht als Farbige Diamanten bezeichnet. Erst ab einer intensiveren Färbung (tiefer als Z) und einer damit verbundenen kräftigeren Färbung gelten sie als Farbige Diamanten, auch Fancy Diamonds genannt. Der Name leitet sich aus dem Englischen ab und bedeutet „ausgefallen“ oder „extravagant“. Diese Bezeichnung ist sehr treffend, denn farbige Diamanten sind sehr viel seltener als ihre farblosen Vertreter und zudem, durch ihre vielfältigen Farben, überaus beeindruckend.
Die Eigenschaften der verschiedenen Farben und ihre Entstehungsprozesse werden nun genauer dargestellt:
Gelb, Orange und Braun
Diese Farben werden durch Stickstoffeinlagerungen im Kristallgitter während des Entstehungsprozesses erzeugt. Gelbe Diamanten gehören zu den häufigsten farbigen Diamanten. In dieser Farbkategorie gilt das intensive Kanariengelb als das seltenste. Pures, reines Orange ist äußerst selten, was auch darin begründet ist, dass es sich um eine Mischfarbe aus Rot und Gelb handelt und somit oft Farbchangierungen die Reinheit des Orange-Tons beeinflussen. Die verschiedenen Töne der braunen Diamanten werden oftmals mit Champagner, Cognac oder Schokolade beschrieben. Diese farbigen Diamanten entstehen durch Veränderungen des Diamantgitters und der damit verbundenen Lichtabsorption.
Blaue Diamanten
Verantwortlich für die Farbe Blau beim Diamanten ist Bor. Je höher die Konzentration, umso intensiver die Farbe, ein tiefes Blau wie das des Saphirs ist aber nicht bekannt. Die auftretenden Farbtöne sind Blau, Gräulich-Blau, Grünlich-Blau, Türkis und Aquamarin. Ganz besonders selten sind Diamanten mit einem gräulichen Blau, für deren Entstehung auch Wasserstoff vorhanden sein muss. Türkise und aquamarine Diamanten verfügen über eine ganz besondere Brillanz, die durch natürliche Bestrahlung und damit einhergehender Veränderung des Kristallgitters erzeugt wird. Mehr zu Blauen Diamanten.
Pinke, lila und einige braune Diamanten
Diese Farben entstehen unter Druck, der das Kristallgitter deformiert. Pinke Diamanten gehören zu den besonders seltenen Exemplaren und kommen wenn überhaupt meist nur in kleinen Karatzahlen und selten in reinem Pink vor. Lila Diamanten, die oft mit violetten Steinen verwechselt werden, treten oft in gräulichen und pinken Farbtönen auf. Reines Lila ist sehr selten, da es eine Mischfarbe ist.
Rote Diamanten
Farbige Diamanten (Fancy Diamonds), die ein reines Rot, ohne pinke, orange, oder braune Farbschattierungen aufweisen, sind die seltensten und zugleich wertvollsten farbigen Diamanten. Erfahren Sie mehr über wunderschöne Rosa Diamanten.
Violette Diamanten
Die Entstehung der Farbe Violett bei farbigen Diamanten ist auf das Vorhandensein von Wasserstoff zurückzuführen. Sie gehören zur Familie der lilafarbenen Diamanten und existieren nicht in reiner Form.
Grüne Diamanten
Für die Entstehung grüner Diamanten werden die Einwirkungen von Gamma-Strahlen auf die Atome des Kristallgitters verantwortlich gemacht. Bei grünen Diamanten handelt es sich um die zweitseltensten farbigen Diamanten. Rein grüne Diamanten erzielen als farbige Diamanten daher wahre Höchstpreise.
Grau
Graue Diamanten sind sehr wertvolle farbige Diamanten. Die Mischfarbe aus Schwarz und Weiß ist in ihrer reinen Form sehr nah am farblosen Diamant. Oftmals kommt Grau als Zweitfarbe vor (gräuliches Blau, gräuliches Grün).
Chamäleon-Diamanten
Chamäleon-Diamanten gibt es in den Farbtönen Grau, Gelb, Oliv, Orange und Grün. Das besondere an diesen Diamanten ist, dass sich durch Licht oder Temperatur ein Farbwechsel vollzieht. Für die Entstehung dieser Diamanten wird ein extrem hohes Vorkommen an Wasserstoff verantwortlich gemacht.
Schwarze Diamanten
Diese Diamanten sind nicht transparent, haben aber ein sehr dramatisches Aussehen. Die Entstehung dieser Steine wird zum einen auf Graphit- und Kohlenstoff-Einschlüsse zurückgeführt, es gibt aber auch die Theorie, die Diamanten seien als Meteorite auf die Erde gekommen. Durch die Einschlüsse, die auch häufig weiß und grau sind, sind diese Schwarzen Diamanten recht porös und für die Schmuckindustrie aufwändig zu verarbeiten.
Weiße Diamanten
In keinem Fall zu verwechseln sind die weißen Diamanten mit den farblosen Diamanten. Sie sind im Gegensatz zu ihnen nicht klar, sondern milchig, und können braune, blaue, gelbe oder graue Färbungen aufweisen.

Farbige Diamanten – Beschreibung und Klassifizierung
Für die Beschreibung farbiger Diamanten werden Farbton, Tönung, Sättigung und Farbverteilung herangezogen.
Der Farbton (hue) beschreibt die Hauptfarbe des Edelsteins und ist immer das letzte Wort einer oftmals sehr langen Diamantenbeschreibung.
Die Tönung oder Helligkeit (tone) eines farbigen Diamanten gibt an, wie hell oder dunkel ein Edelstein ist. Dies hängt davon ab, wie viel Braun, Schwarz, Grau oder Weiß vorhanden ist.
Die Sättigung (saturation) beschreibt die Intensität der Farbe. Bei der Beschreibung werden bei hell getönten farbigen Diamanten die Begriffe „fancy hell“ und „fancy intensiv“ verwendet, dunkle Diamanten gehen von „fancy dunkel“ bis „fancy tief“.
Die Verteilung (dispensation) gibt an, wie gleichmäßig die Farbe über den gesamten Stein verteilt ist.
Die eindeutige Benennung der Farbe ist, auch wenn sie strengen Kriterien unterliegt, sehr schwierig. Die Zertifizierung wird von verschiedenen Instituten durchgeführt wie GIA, IGI und HRD, die für die genaue Bestimmung Vergleichssteine heranziehen. Je genauer und ausführlicher die Beschreibung eines Farbdiamanten ist, umso besser. Die Beschreibung der Farbe mit nur einem Wort drückt dabei keinen Mehrwert aus, sondern ist sogar als falsch anzusehen. Es entstehen bei der Beschreibung oft lange Wortketten wie „fancy deep brownish greenish yellow“, wobei die letzte Farbe stets die Hauptfarbe des Diamanten angibt.
Wie auch bei farblosen Diamanten gibt es bei farbigen Diamanten verschiedene Reinheitsstufen, Schliffe, Formen und das Karatgewicht, die den Diamanten klassifizieren. Die Reinheit bei farbigen Diamanten hat allerdings keine solch große Bedeutung für die Wertbestimmung, wie bei farblosen Diamanten, da Einschlüsse die Qualität und Strahlkraft der Farbe nicht negativ beeinträchtigen. Die häufigsten Formen sind sogenannte Fancy Formen wie der Radiant- und der Cushionschliff, gefolgt von dem Oval- und Tropfenschliff sowie Herz und Marquise. Das Karatgewicht entspricht dem farbloser Diamanten. Abgesehen von diesen Kriterien bestimmt aber vor allem die Farbe und Schönheit des farbigen Diamanten den Wert des selbigen.
Farbige Diamanten (Fancy Diamonds) und ihre berühmten Vertreter
Farbige Diamanten sind besonders wertvoll und einzigartig. Doch auch unter ihnen gibt es noch ganz besondere Exemplare, die durch ihre Größe, Farbe oder durch die um sie rankenden Geschichten zu wahren Berühmtheiten wurden.
Der große 128,51 karätige Tiffany Diamant in einem schönen Goldgelb wurde zum einen natürlich durch seine Größe, zum anderen aber auch durch seinen berühmten Käufer bekannt, den Eigentümer von Tiffany Co., wie auch durch die Schauspielerin Audrey Hepburn, die mit dem Diamanten für den Film „Breakfast at Tiffanys“ posierte. Mehr zum Tiffany Diamant.
Ein weiterer berühmter Diamant ist der sogenannte Hope Diamant. Die Besitzer dieses Diamanten wechselten sehr häufig, einer davon war beispielsweise König Ludwig XIV., sowie der Londoner Bankier Thomas Hope, der ihm seinen Namen gab. Im Film Titanic wird ihm eine wichtige Rolle zu Teil, aber auch sein Aussehen, ein ganz besonders dunkles Blau, machen dieses Diamanten einzigartig. Hier erfahren Sie mehr zum Hope Diamant.
Weitere berühmte farbige Diamanten finden Sie in unserem Diamantenlexikon.
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