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Idar-Oberstein – die faszinierende Edelsteinmine und die mannigfachen Ausstellungsstücke des Edelsteinmuseums

By renesim — Juli 26, 2012


Edelsteine

Das Deutsche Edelsteinmuseum in Idar-Oberstein beherbergt eine überwältigende Bandbreite an verschiedenen Edelsteinen – vom Edelopal mit seinen schillernden Farben des Regenbogens bis zum Mondstein, dessen Name sich von seinem bläulich weißen Schimmer ableitet, der an den Schein des Mondes in sternklaren Nächten erinnert.
In Idar-Oberstein befinden sich außerdem die einzigen europäischen Edelsteinminen, die von jedermann besichtigt werden können.Die Besucher der Edelsteinmienen des Steinkaulenbergs haben die einmalige Gelegenheit mit fachkundigen Führern in die atemberaubende Welt der glitzernde Bergkristalle, Amethyste und vielen weiteren Edelsteinen abzutauchen.
Es ist kein Zufall, dass sich diese beiden Attraktionen in unmittelbarer Nähe zu einander befinden, da das rheinland-pfälzische Idar-Oberstein in der Vergangenheit ein wichtiges Zentrum für die Gewinnung von Edelsteinen war.

 

Adularisierender Mondstein

Adularisierender Mondstein

 

Die geschichtliche Bedeutung von Idar-Oberstein für die Edelsteinindustrie

In den Edelsteinminen von Idar-Oberstein gab es einst reiche Vorkommen an Achaten, Amethysten und Bergkristallen. Das kann man geologisch dadurch erklären, dass sich der Steinkaulenberg, in welchem sich die Minen befinden, aus einer sehr alten Lavaschicht zusammensetzt. In dieser befanden sich eingeschlossene Hohlräume (in der Fachsprache Mandeln), in welchen sich die zahlreichen bunt gestreiften Achate, Bergkristalle, welche an gefrorenes Eis erinnern, und die violetten Amethyste bilden konnten, die auch heute noch im Edelsteinmuseum von Idar-Oberstein bewundert werden können.

 

Achat

Ungeschliffener Achat (1)

 

Im Jahr 1875 wurde der Bergbau in Idar-Oberstein aufgegeben, da die allmähliche Verknappung der Edelstein-Reserven schon vorher dazu geführt hatte, dass viele Minenarbeiter auswanderten und anderswo ihr Glück als Edelsteinschürfer versuchten. Bereits vor der endgültigen Einstellung des kommerziellen Bergbaus waren zwei Generationen Idar-Obersteiner Mienenarbeiter nach Brasilien ausgewandert und brachten besonders Achate zur weiteren Verarbeitung nach Idar-Oberstein. Nach der Stilllegung des Bergbaus fand in Idar-Oberstein eine Entwicklung zum Goldschmiedehandwerk und der Achatschleiferei statt. Auch davon zeugt noch immer das Deutsche Edelsteinmuseum in Idar-Oberstein, in welchem brasilianische Exponate zu sehen sind. Im Jahr 1978 wurde mit der Schaffung des Fördervereins Steinkaulenberg das verschüttete kulturelle Erbe von Idar-Oberstein wieder ins Bewusstsein der Öffentlichkeit gerückt. Man restaurierte die eingefallenen Bergwerksstollen und errichtete im Zuge dessen einen 400m langen Besucherstollen.

Die Edelsteinmine in Idar-Oberstein – Edelsteine am Schauplatz ihrer Entstehung

Wer die europaweit einzigartige Gelegenheit nutzen möchte, Edelsteine in ihrer ursprünglichen Umgebung zu sehen, sollte sich eine Reise nach Idar-Oberstein nicht entgehen lassen. In einem Labyrinth aus stillgelegten Stollen , können Besucher in die märchenhafte Atmosphäre  unterirdischer Höhlen voll bunt funkelnder Edelsteine eintauchen.
Eine Besonderheit sind die grünen Jaspise aus Idar-Oberstein, die sich durch ihre besonders schöne Farbe auszeichnen. . Der Name Jaspis leitet sich  aus dem Griechischen ab und bedeutet übersetzt gesprenkelter Stein wodurch sehr treffend das Erscheinungsbild dieses Edelsteins beschrieben wird. Enthaltene Fremdmineralien sind dafür verantwortlich, dass ein Jaspis über verschiedene bunte Streifen-, Flecken- oder Flammenmusterungen verfügen kann.
In größeren Mengen kann man in Idar-Oberstein außerdem Achatmandeln, kristallklaren Bergkristall und Amethyste bewundern.

 

Idar-Oberstein Bergkristall

Bergkristall im Deutschen Edelsteinmuseum in Idar-Oberstein (2)

 

Eine umfassende Sammlung von Edelsteinen aus aller Welt – das Deutsche Edelsteinmuseum in Idar-Oberstein

Zunächst war das Museum in einer Gewerbehalle in Idar-Oberstein beheimatet – anfangs wurden die Edelsteine dort tatsächlich noch verkauft, doch ab dem Jahr 1897 änderten sich mit dem Umzug der Ausstellung die Rahmenbedingungen und es fand kein Handel mehr statt. Noch zweimal sollte die Szenerie der Sammlung wechseln, bevor 1996 das Purpers Schlößchen bezogen wurde, eine Villa aus der Gründerzeit, in der sich die heutigen, auf drei Etagen verteilten Galerieräumlichkeiten befinden.
Einer der Säle ist den Achaten und Edelsteinen aus der Gruppe der Quarze gewidmet, die direkt aus Idar-Oberstein stammen. Eine Besonderheit der Achate aus Deutschland ist ihre Farbigkeit, die durch rosa, rote und rötlichbraune Töne geprägt wird. Die Zwischenschichten der verschiedenen Lagen weisen eine schimmernde graue Farbe auf.
Die Gruppe der Quarze wird unter anderem durch die durchsichtigen Bergkristalle, die goldgelben Citrine, die violetten Amethyste, die nach ihrer rauchigen Farbe benannten Rauchquarze und die rosafarbenen Rosenquarze vertreten. Natürlich darf auch eine breite Auswahl an verschiedenen Jaspisen nicht fehlen, für die Idar-Oberstein bekannt ist.
Das Edelsteinmuseum eignet sich hervorragend, um besondere optische Effekte von Edelsteinen zu studieren. So sind dort Labradorite und Spektrolithe beherbergt, die sich sich durch ihren bunten metallischen Schiller auszeichnen, der in der Fachterminologie als Labradorisieren bezeichnet wird. Beim Labradorit ist dieser Effekt in blauen und grünen Farbtönen auf dunkelgrauem Untergrund eher zurückhaltend ausgeprägt. Sehr deutlich hingegen tritt er beim Spektrolith auf, der bunt im Farbspektrum des Regenbogens leuchtet.

 

Labradorit

Ein Labradorit mit seinem metallischen Glänzen (3)

 

Auch das Adularisieren des Mondsteins wird dem Besucher im Edelsteinmuseum von Idar-Oberstein vor Augen geführt. Es äußert sich durch einen weißen Schimmer mit einem bläulichen Unterton. Wird ein Mondstein bewegt, so gleitet dieser helle Glanz über die Oberfläche des Edelsteins.
Ein besonderer Glanzpunkt sind die ausgestellten Edelopale, die durch ihr prächtiges Farbspiel bezaubern. Winzige Cirstobalitkugeln, die in den Edelsteinen enthalten sind, sorgen dafür, dass die Lichtstrahlen regenbogenfarben widergespiegelt werden und der Opal je nach Blickwinkel sein Erscheinungsbild verändert.

 

Opal in Idar-Oberstein

Opal im Deutschen Edelsteinmuseum in Idar-Oberstein (4)

 

Natürlich darf auch das Quartett der kostbarsten Edelsteine nicht fehlen: der Diamant, der Rubin, der Saphir und der Smaragd. Sie sind sowohl in roher als auch in geschliffener Form vertreten.
Darüber hinaus sind im Museum in Idar-Oberstein noch verschiedenste weiteren Edelsteine zu sehen, so z.B. ein gelbgrüner Edelstein mit dem sprechenden griechischen Namen Heliodor, der sich mit Geschenk der Sonne übersetzen lässt.
In einem der Räume des Museums wird die Edelsteinkunde (Gemmologie) vorgestellt und erläutert, nach welchen Kriterien die Mineralien untersucht und eingeteilt werden.
Einer der Säle ist den herausragenden Erzeugnissen der Steinschneidekunst gewidmet und so werden in den Vitrinen kunstvoll gestaltete Siegel, Gemmen, Vasen und Schalen präsentiert.

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Bildquelle: Wikipedia; (1) Benutzer: Ligar, (2) Urheber: Beckstet, (3) Benutzer: Jurema Oliveira, (4) Urheber: Beckstet
 

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